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28
07
2018

Wie Fettverbrennung wirklich geht

Meiner Meinung nach ist es wichtig Hintergründe zu verstehen, um bestimmte Dinge tun zu können, bzw. einzusehen bestimmte Dinge zu tun.

Aus diesem Grund erkläre ich hier kurz und einfach den Mechanismus der allgemein als Fettverbrennung bekannt ist. Der Begriff “Fettverbrennung” ist eigentlich schon nicht richtig, denn es handelt sich genau genommen, um eine Oxidation bei dem Vorgang den wir als was Fettverbrennung bezeichnen. Für eine Verbrennung fehlt die Abgabe von Energie in Form von Wärme und Licht. Der Beitrag wird aus wissenschaftlicher Sicht sprachlich nicht 100%ig hieb und stichfest sein.

Als Erstes ist es wichtig zu wissen, dass Fett nicht der Energielieferant für z. B. Muskelarbeit ist.
Eine häufig vorkommende Annahme ist die, dass Fette, Kohlenhydrate und Proteine in verschiedenen Phasen der Muskelaktivität bzw. Muskelermüdung direkt im Muskel als “Brennstoffe” verwendet werden. Das ist falsch.

 

Kohlenhydrate, Fett und auch Proteine werden dazu verwendet, die notwendige Energie zur Herstellung von ATP zu liefern.

 

Adenosintriphosphat (ATP) ist der einzig und universelle Energielieferant für jede Körperzelle. Muskeln, Organe, auch das Gehirn funktionieren nur durch ATP.
Auf welchem Weg ATP synthetisiert wird, bzw. mithilfe welchem Energieträger, entscheidet darüber, ob du Fett abbaust oder Kohlenhydrate verwertest.

Die einzige Energiequelle die Körperzellen verwenden können ist Adenosintriphosphat, kurz ATP!

Quelle der Grafik: sportunterricht.de

Die Grafik zeigt vereinfacht die verschiedenen Energiequellen für die ATP-Produktion.

 

Es geht immer darum, ATP produzieren zu können und das auf schnellem und effizientem Weg. Der durchschnittliche menschliche Organismus verbraucht bzw. produziert täglich sein eigenes Körpergewicht in Form von ATP!

 

Die Hierarchie ist Folgende:

 

Als erstes werden die in den Muskelzellen gespeicherten ATP Vorräte verbraucht. Das geht recht schnell. Nach zwei bis drei Sekunden Belastung sind die ATP-Speicher leer.

 

Danach liefert Kreatinphosphat (sehr energiereicher Stoff) Energie für weitere ATP-Produktion. 10 Sekunden später sind die Kretainphosphat-Speicher ebenfalls leer.

 

Es geht weiter mit der anaeroben (ohne Sauerstoff) Energiebereitstellung für die ATP-Produktion aus Kohlenhydraten, Glukose in diesem Fall.

 

Bei weiter Belastung schließt sich die aerobe Verstoffwechselung von Kohlenhydraten bzw. Glukose an. Dieser Vorgang ist im Bezug auf die Energieausbeute wesentlich besser als die anaerobe Spaltung von Glukose.

 

Die letzte Stufe ist das Aufspalten von Fettsäuren (u. a. aus den Fettdepots des Körpers) zur weiteren Energiebereitstellung für die ATP-Synthese bzw. ATP-Re-Synthese.

 

Die einzelnen Phasen der Energiebereitstellung gehen fließend in einander über, es gibt keine “harten” Übergänge. Auch laufen die verschiedenen Wege zeitgleich ab.

Das zeigt in etwa die folgende Grafik:

Quelle der Grafik: sportunterricht.de

Fett wird nicht in thermische oder biomechanische Energie umgewandelt, sondern zu Herstellung von ATP benutzt.
Jetzt stellen sich die Fragen was passiert mit dem Fett und wie verlässt es den Körper?

 

Die energiereichen Bindungen innerhalb der Fettsäuren (Kohlenwasserstoffe) werden aufgespalten, die freiwerdende Energie (Elektronen) wird benutzt um ATP zu synthetisieren. Übrig bleiben Kohlendioxid (CO2) und Wasser (H2O). Wir atmen das Fett aus – die Lunge ist das Ausscheidungsorgan für abgebautes bzw. umgewandeltes Körperfett.

Abgebautes Fett verlässt den Körper über die Lunge in Form von Kohlendioxid und Wasser!

Um 10 kg Fett umzuwandeln, zu oxidieren oder aufzuspalten, nenne es wie du willst, benötigt der Körper 29 kg reinen Sauerstoff. Das ist zwingend und ergibt sich aus der Summenformel des Prozesses. 29 kg Sauerstoff atmet ein Durchschnittsmensch innhalb von 54 Tagen ein. Also in fast zwei Monaten!

 

10 kg Körperfett und 29 kg Sauerstoff reagieren zu 28 kg Kohlendioxid und 11 kg Wasser. Und davon geht, wie bereits erwähnt, das Meiste durch die Lunge raus.

 

Jetzt ist es aber nicht so, dass der Sauerstoff den man atmet ausschließlich zum oxidieren von Fettsäuren verwendet wird. Man benötigt also mehr als 54 Tage, um genügend Sauerstoff zu atmen für das Spalten von 10 kg Fettsäuren. Durch sportliche Aktivität kann man die Aufspaltung von Fettsäuren stark erhöhen.

 

Die äquivalente Rechnung könnte man kalorienseitig betrachten. 10 kg Fett hat einen Energiegehalt von ca. 93.000 kcal! Diese Kalorienmenge muss man erstmal “verbrennen”.

 

Ein Mensch, mit durchschnittlichen Werten, kann ca. einen ganzen Monat ohne einmal essen zu müssen davon leben.

 

Vor dem Hintergrund dieser Zahlen wird schnell klar, dass viele Vorher-Nachher-Stories nicht wahr sein können. Aussagen wie z. B., “2 kg abnehmen in 24 Stunden”, “5 kg in einer Woche abnehmen” oder “13 kg in 3 Wochen ohne Sport” können nicht stimmen. Jedenfalls nicht wenn es um das Abnehmen von Gewicht in Form von Körperfett geht.

 

Natürlich kann man 13 kg in 3 Wochen abnehmen. Hör einfach auf zu essen und trinke wenig. Das Problem dabei ist, dass sich dein Gewichtsverlust zu einem größten Teil aus fettfreier Masse zusammensetzen wird. Das bedeutet du hast Muskeln abgebaut und Wasser ausgeschieden. Fett ist natürlich auch dabei, aber wahrscheinlich nicht einmal die Hälfte.

 

Man kann und sollte dem Körper beibringen, Fett als Hauptenergiequelle zu nutzen und die Glykogenvorräte zu sparen. Der Körper gut trainierter Ausdauer- und Kraftausdauerathleten funktioniert genau so.

Was man tun kann um dauerhaft und ständig Fett abzubauen, das erfährst du in diesem Artikel

Autor: Sten Schulze

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